Interview Frau Horn vom 20.10.2010
Nach dem Konzert im Dazzle Danzclub trafen wir drei der fünf Musiker der Band Frau Horn und Sprachen mit ihnen über ihre Wünsche, verrückte Momente in der Bandgeschichte und warum ein Booker wichtiger ist als Sex.
deutsches-bandverzeichnis.de: Worauf freut ihr euch nach einem Auftritt am meisten?
Britta: Auf das Bier danach.
Matze: Ja, auf das Bier danach freuen wir uns natürlich. Aber wir freuen uns auch darauf,
wenn dann die Anspannung abfällt, weil eine gewisse Anspannung ist bei jedem Konzert
natürlich da. Aber auch auf das Zusammensitzen als Band und darauf, den Auftritt bewerten
können, freuen wir uns. Es gibt ja auch viele kleine Geschichten zu einem Konzert; man
bekommt auch Feedback von den Zuhörern, manch einem hat das erste Lied nicht gefallen, dafür
aber das dritte umso mehr und das diskutieren wir dann auch gerne nach einem Konzert.
Kritisiert ihr euch denn direkt nach einem Konzert?
Nora: Meistens nicht sofort nach einem Konzert, sondern eher bei der nächsten Probe. Dann kann man das ganze auch schon etwas objektiver betrachten.
Britta: Naja es kommt aber auch schon vor, dass wir uns direkt nach einem Konzert
kritisieren - oder aber auch während eines Konzerts, mit Blicken.
Seit Februar 2010 ist ja auch eure EP draußen...
...Und wir sind auch sehr überrascht gewesen über den Anklang, den die CD gefunden
hat. Wir werden auch immer öfter gefragt, ob wir nicht auch eine CD zu verkaufen haben oder
ob es nicht auch andere Merchartikel, sei es jetzt T-Shirts oder Buttons, gibt. Dieser
Zuspruch überrascht uns immer wieder.
Welches war das Aufregendste, was ihr auf einem Konzert erlebt habt?
Matze: Wir hatten einen Auftritt im Ballhaus Spandau, wo auch die Ärzte groß geworden sind,
und wir haben dort eine riesen Bühne vorgefunden, mit Nebelmaschiene und allem drum und
dran, einen riesigen Saal, aber bis auf die Barleute war keiner da. Allerdings hatten wir
dort den besten Sound und die Leute, die da waren hatten ein Bomben Konzert erleben dürfen.
Nora: In Chemnitz haben wir im "Subway to Peter“ gespielt und diese Location erinnert ein wenig an ein altes Kellergewölbe. Aber trotz der verwinkelten Ecken hatten wir einen super Sound und ein richtig schönes Konzert. Wir bekamnen einen so geilen Schlafplatz, eine Art kleines Appartment und dort haben wir uns richtig wohl gefühlt. Wir waren auch von den Chemnitzern positiv überrascht, weil die unser Kommen und unsere Musik richtig wertgeschätzt haben. Und soviele CDs wie wir da verkauft haben, haben wir in Berlin nie geschafft.
Was ist für euch gute Musik?
Britta: Wenn die Leute feiern, tanzen und sich fallenlassen können, dann ist das für mich
gute Musik. Wenn ich einfach nur Summe, ohne dass ich weiß, was ich da summe, ist das für
mich gute Musik.
Matze: Wenn die Band auf der Bühne Spaß hat und das auch rüberbringen kann, dann ist das für
mich gute Musik.
Was sind eure Pläne für die Zukunft?
Nora: Wir wollen in der Zukunft ein Album aufnehmen. Diesmal allerdings in einem professionellen Studio, um dann hinterher hoffentlich sagen zu können : "WOW, das Album reißt uns total von den Socken!".
Wenn es für ein Album nicht reichen sollte, dann würden wir nochmal eine EP aufnehmen, dann
aber ebenfalls professionell. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass wir nur sehr schwer
einzuordnen sind und dadurch auch nur schwer zu buchen sind. Momentan mache ich ja die
Bookings und wir spielen zur Zeit auch nur in Berlin. Allerdings haben wir im nächsten Jahr
auch Auftritte in Kiel, Hamburg und Darmstadt und darauf freuen wir uns natürlich sehr.
Allerdings ist es sehr schwer für uns, Konzertveranstalter zu finden, die mit uns arbeiten
können/ wollen aufgrund der nicht so einfachen Genrezuordnung.
Könnt ihr euch vorstellen, Wohnzimmerkonzerte zu geben?
Britta: Hast du ein Wohnzimmer, wir sind dabei! Spaß beiseite, wir würden natürlich gerne
Wohnzimmerkonzerte spielen. Dadurch, dass wir auch Unplugged- Versionen unserer Songs haben -und auch regelmäßig Unplugged- Konzerte spielen- , können wir natürlich auch leise spielen. Ein richtiges Wohnzimmer- Konzert in dem Sinne haben wir allerdings noch nicht gespielt.
Was war das Verrückteste, was ihr für eure Band je getan habt?
Nora: Britta und Darren haben sich in Berlin auf die Straße gestellt und einfach ein
paar Songs gespielt und so natürlich auch ein paar Passanten beeindruckt. Das Verrückteste
und vielleicht auch Gefährlichste war, als wir im Berliner Club „Mokum“ (in Bochum) einen Auftritt hatten und Britta kurz vor Konzertbeginn sich mit einer üblen Blasenentzündung gequält hat. Sie hat sich dann mit Schmerztabletten vollgepumpt und hat das Konzert auch durchgezogen. Danach sind wir ins Krankenhaus und da musste sie erst mal eine Weile bleiben.
Da wo wir jetzt wären, waren wir nicht ohne die Hilfe von...
Britta: unseren Eltern.
Nora: mir.
Drei Dinge die man unbedingt zum Feiern braucht sind...
Matze: Freunde, gutes Essen und Trinken.
Wenn Frau Horn ein Tier wäre, wären wir...
Nora und Matze aus einem Mund: Ein Chamäleon ... weil wir so wandelbar sind.
Wenn wir Bürgermeister von Berlin wären würden wir...
Nora: Ich würde einführen, dass jedes Kind in der Schule mindestens ein Instrument lernen darf.
Britta: Als Bürgermeister von Berlin würde ich verfügen, dass 0,5% der Steuern, die wir
bezahlen an die Dritte Welt gehen.
Wenn wir einen Wunsch frei hätten, würden wir...
Britta: Jeden Tag Sex haben.
Nora: uns einen Booker wünschen, damit wir einfacher mal auch ausserhalb von Berlin spielen können.
Britta: Genau einen Booker, wer braucht schon jeden Tag Sex, wenn man einen Booker hat.
Vielen Dank für das tolle Gespräch und weiterhin alles Gute
wünschen wir euch.