Interview Itchy Poopzkid vom 06.08.2010
Nach ihrem großartigen Auftritt am Freitag bei Rock im Stadtpark hatten Johanna und Steffen vom bandverzeichnis die Chance, Itchy Poopzkid zu interviewen. Während sich andere Künstler nebenan für ihren Auftritt schminken ließen, machten Panzer und Sibbi von Itchy Poopzkid auch ohne abgedeckte Augen eine gute Figur. Authentisch und total fit berichteten sie uns ihre Erlebnisse...
deutsches-bandverzeichnis.de: Wie seid ihr auf Rock im Stadtpark gekommen?
Sibbi: Wir haben auf unserer letzten Clubtour hier gespielt und haben dann von dem Festival gehört, welches letztes Jahr auch schon stattgefunden hat. Dann wurden wir gefragt, ob wir hier auch spielen wollen und haben ja gesagt. Wir hätten natürlich auch gerne am Samstag gespielt, mit unseren Kumpelbands, aber wir hatten schon lange einen geplanten Auftritt am Samstag und als wir dann gehört haben, dass es über zwei Tage gehen soll haben wir uns natürlich gefreut, dass wir doch noch am Freitag spielen können.
Wie wichtig ist für euch die Größe des Publikums?
Panzer: Also wir würden lügen, wenn wir sagen, dass es nicht fantastisch ist vor 20.000 Menschen auf einem großen Festival zu spielen, es ist schon sehr beeindruckend und man ist danach auch sehr geflasht, aber wenn wir auf Tour sind, spielen wir auch sehr kleine Clubkonzerte und wenn da 200 Leute da sind, die alle Vollgas geben und die Texte mitsingen, dann kann es genau so schön sein, oder sogar noch besser, weil da die Leute viel näher dran sind und man viel mehr von der Reaktion des Publikums mitbekommt. Heute waren es zwar nur ein paar hundert Leute, aber die hatten alle Bock, deshalb war es ein super Konzert für uns. Es wäre viel schlimmer, wenn 2000 Leute da wären und alle stehen nur rum; da spielen wir lieber vor 500 und die Leute gehen ab.
Bekommt man von der räumlichen Verteilung des Publikums auf der Bühne etwas mit?
Panzer: Es ist ja normal, dass es vorne generell voll ist und es sich nach hinten weiter verläuft. Das wichtigste ist, auf der Bühne Spaß zu haben und dieser Spaß spiegelt sich dann auch in den Zuschauern wieder, wenn er von Herzen kommt. Wenn das Publikum ne gute Zeit hat, habe wir auch ne gute Zeit. Deshalb sind wir gerade sehr glückliche Leute.
Habt ihr schon mal Wohnzimmerkonzerte gespielt?
Panzer: Zu Beginn unserer Karriere haben wir des Öfteren auch bei irgendwelchen Leuten zu Hause gespielt, allerdings immer nur sehr kurz, weil irgendwann immer die Polizei kommt - und dann ist das Ganze meistens auch schon zu Ende. Deshalb dachten wir uns, wir spielen in Zukunft lieber auf Festivals oder in Clubs, da kommt zwar auch die Polizei manchmal, aber es dauert eben bedeutend länger.
Also ist es auch nicht mehr geplant?
Sibbi: Vielleicht ist es irgendwann mal wieder geplant. Für treue Fans kann es so was bestimmt irgendwann geben. Wir haben schon kleine unplugged_konzerte gespielt, irgendwas in diese Richtung wird es immer geben.
Woher nehmt ihr die Inspiration für eure Songs?
Panzer: Wir sind jetzt keine Band, die erst drei Monate nach Tibet fährt, dort rum wandert um sich selbst zu finden und dann Texte schreibt, sondern wir schreiben Texte von Dingen, die wir selbst erlebt haben oder die für uns irgendwie relevant sind. Das können Sachen von außerhalb sein, aber auch Dinge die uns unmittelbar selbst betreffen. Wir sind auch keine Band, die das ganze Jahr über Songs schreibt, sondern wir sammeln Ideen und wenn es dann heißt, wir machen ein neues Album, dann setzen wir uns konzentriert hin und dann kommt eben alles raus, was man zu sagen hat, oder eben nicht zu sagen hat. Deshalb gibt es auch keine Einschränkung bei unseren Texten. Das kann alles sein, von politischen Texten bis hin zu einem simplem Liebeslied. Haben wir denn schon mal ein gutes Liebeslied geschrieben?
Sibbi: Also ich schon!
Panzer: Du schon. Das ist ja sehr gut.
Schreibt bei euch nur einer die Texte?
Sibbi: Also wir beide, Panzer und ich, schreiben die Songs, meistens ist es so, dass derjenige, der den Song schreibt, auch den Text dazu macht.
Panzer: Aber wir haben auch schon mal einen zusammen geschrieben. Der war dann aber scheiße, darum haben wir es gelassen.
Sibbi: Haha, nein, natürlich war er auch sehr gut und qualitativ total hochwertig, aber es ist meistens so, dass einer den Song komplett alleine schreibt.
Was war denn euer Antrieb Musik zu machen?
Sibbi: Zu Beginn haben wir noch Covers gespielt, von Bands, die wir toll fanden, einfach weil wir gerne Musik gemacht haben. Und nach unseren ersten Auftritten haben wir gemerkt, dass es richtig geil ist auf der Bühne zu stehen und wir wollten das von nun an unser ganzes Leben lang machen.
Ich kann mich noch genau an unser erstes Konzert im Jugendhaus erinnern, wie ich damals mit meinem Kumpels auf die Straße gerannt bin - wir haben uns so gefreut, dass wir einfach weiter gemacht haben. Und jetzt 10 Jahre später spielen wir in Magdeburg…
Was waren das für Bands die ihr gut fandet?
Panzer: Es gab und gibt ganz viele Bands, natürlich ganz viele Punkrockbands, ganz egal ob aus Amerika, England, oder auch Deutschland. Mittlerweile bin ich ein bisschen breiter gefächert als früher und kann auch Songs ohne Gitarrenverzerrer gut finden und zum Teil auch ganz ruhige Sachen. Aber Bands, auf die wir uns alle einigen können waren Mitte der Neunziger Green Day & Co. und die Metalbands wie Metallica, aber schon relativ vielschichtig, schon damals. Es ist jetzt noch mehr geworden, deshalb hört man auf unseren Alben auch viele verschiedene Einflüsse heraus.
Wer ist für eure MySpaceseite verantwortlich? Macht ihr das selbst?
Panzer: Wir machen das schon selber, bei MySpace und Facebook guckt halt jeder mal rein, wenn er Zeit hat. Wir versuchen da auch alles zu beantworten, manchmal geht es halt nicht, wenn man zum Beispiel auf Tour ist. Allerdings lesen wir alles und wenn dann eine Frage drin steht, beantworten wir diese natürlich auch. Wir freuen uns darüber, weil es ein Zeichen dafür ist, dass wir irgendwie gut ankommen und unsere Musik von auch geschätzt wird. Das zeigt uns, dass die Leute Interesse an unserer Musik haben und das ist ja auch auf keinen Fall selbstverständlich, bei den geschätzten 800 Millionen Bands, die es hier so gibt…
Dann bedanken wir uns bei euch und wünschen euch natürlich weiterhin alles Gute und viel Erfolg.