Rockin'Ronya
1992 waren die Frisuren und Klamotten noch ein bisschen
merkwürdig und Songs, wie „alalalala long“
stürmten die Charts, wovon ich allerdings nichts mitbekam, da
ich den ganzen Tag mit Schlafen und Schreien beschäftigt war.
Mache ich übrigens heute noch gern.
Was gibt es eigentlich noch über mich zu berichten?
Ersteinmal, dass mein Schreien durch mein russisches
Großväter'chen melodiöser wurde.
Mit ausfallenden Milchzähnen lernte ich das Klavier und meine
Stimme erst richtig kennen. Mehrere Klavier- und Gesangslehrer
versuchten mich zu bändigen und mein Talent in die richtige
Bahn zu lenken.
Mit Hasenzahn-Grinsen und schickem Ballkleid begann ich dann die
Trommelfelle meiner Mitmenschen in Schwingung zu versetzen.
Überall die erste Geige, als Kippel- Lise bekannte und bei den
Lehrern berüchtigte Nervensäge machte ich mir schon
in jungen Jahren meinen Namen auf einem Berliner Musik-Gymnasium.
Als pubertierender Plagegeist stellte ich mich langsam gegen den
Klassik-Trip meiner Mom. Ich wollte cool sein, ging kaum noch zum Chor,
schrieb eigene Songs, wechselte von Ballett zu Modern Dance und
ließ auch sonst nichts anbrennen. Von der Vorstellung, nach
meinem Abi in einem langweiligen Job vor mich hin zu vegetieren, kriege
ich Herpes.
Ich will „ Sex, Drugs & Rock..n..Roll“.
Naja zumindest das mit dem Rock..n..Roll geht mir nicht aus dem Kopf.
Über den Rest kann man sich ja streiten.
Ich will ausflippen auf der Bühne, ausverkaufte Konzerte
geben, eine geile Band und einfach nur abrocken. Und das, bis ich auf
der Bühne abblättere wie Mick Jagger.
Ach ja : Milchreis mit Zimt und Zucker, Schokolade und Donuts waren und
sind das Einzige, was mich vom Singen abhalten kann.
Leider noch kein Hörbeispiel vorhanden.